(1989/90) für Bläserquintett und Klavier – Musik in 5 Bildern –
Dauer 15 min
Besetzung
fl.altfl.picc.ob. kl.basskl.hr.fg.pn.
Dieser im Titel hinzugefügte Zusatz (Musik in 5 Bildern) weißt auf die 5er Gliederung der Komposition hin, welche dem Hörer nahelegen möchte, sich gewissermaßen auf Musik für Augen einzustellen. Und in der Tat enthält das zwischen 1990 und 92 gearbeitete Stück ein gestisches, beschreibendes Moment wie es in dieser Weise bei Helmut Zapf zu diesem Zeitpunkt selten zu finden ist. Zapf formt die Bilder nach Beschreibungen aus der Apokalypse des Johannes, wenngleich der Komponist auf exakte Überschriften seiner Gliederungen zugunsten der Gesamtkonzeption verzichtet. Das Werk beginnt mit sehr prägnanten Fagott-Rufen im ersten Teil, die gleichermaßen herausfordernd und warnend sich gestalten, aber dennoch lockend und ein Ereignis scheinen zu initiieren, das weitere Beteiligte einzubeziehen sucht. Andere Instrumente sitimmen in die Rufe ein. Nur das Klavier schweigt bis zum zweiten Drittel der Komposition ganz und gar (lässt die ersten Bilder unbeteiligt verklingen), setzt aber dann wie das plötzliche Jüngste Gericht massiv und unhaltsam in das Geschehen ein, zerbricht alle vorherigen Strukturen und webt jetzt mit den fünf Bläsern eine zarte Fläche, mit weichem Wellenschlag und Lichtreflexen, ein zart koloriertes Naturbild, dessen Atmosphäre im fünften und letzten Abschnitt in das Unheimlich-Gespenstische einer quasi romantischen Nachtstimmung gewendet wird, in welcher gebrochene und unverständliche Choralzitate wie kleine Hoffnungsschimmer auftauchen?..
Das entstand 1990 für die Berliner Bläservereinigung im Auftrag des DLF Köln, wo es auch im dortigen Konzertsaal des Senders uraufgeführt wurde.
besetzungshinweise
Kammermusik, mit Bläsern, mit Klavier