3. Sreichquartett

(2008/2010) für vl.vl.va.vc.
Dauer 30 min

3. Streichquartett (2008/2010)
Auftragswerk des DLF Köln.
Uraufführung durch das Sonar Quartett am 4. Juli
im Abschlusskonzert der
XVIII.Randspiele


Ausgangspunkt für das Quartett war der Wunsch, dass ich für das Sonar Quartett Berlin ein neues Stück schreiben wollte. Dabei fand ich folgendes Zitat über das Sonar:
„Wenn Du ein Rohr in das Wasser tauchst und das andere
Ende an Dein Ohr hältst, kannst Du Schiffe auf sehr große
Entfernungen hören.“
Dieser passive Sonareffekt wurde von Leonardo da Vinci im Jahr 1490 erstmals erwähnt. Ob dies je erfolgreich angewendet werden konnte ist fraglich, weil damals Schiffe ohne Motor, im Gegensatz zu heute, natürlich nur wenig akustische Abstrahlung hatten. Aber vielleicht war es ja möglich, den Trommelschlag des Taktgebers für die Ruderer, das rhythmische Eintauchen der Riemen oder das Knarzen des Holzschiffskörpers insgesamt auf die Weise zu hören.
Also Rhythmus und Geräusch. Diese beiden Parameter zu gestalten, das wurde zu meinem kompositorischen Plan. Dazu baute ich ganz einfach als Tonmaterial eine Skala, die ich aus den Buchstaben der vier Musiker Kirsten Harms, Cosima Gerhard, Nikolaus Schlierf und Susanne Zapf bildete.
Die darin vorkommenden Tonnamen formte ich zu einer aufsteigenden Reihe:
C = 2x, D = 1x, S(es) = 6x, E = 4x, F = 2x, G = 1x,
A = 6x, H = 3x
Aus der darin vorkommenden Häufigkeit der einzelnen Töne leitete ich ihre Wertigkeit und eine Progression für die Gesamtentwicklung des Stückes ab.
Das Hauptintervall ist mit 6x Es und 6x A der Tritonus. Die Anzahl der beiden Töne Es und A bildet eine angenehme Progression aus den Häufigkeiten der anderen Töne 1x, 2x, 3x, 4x: 1x 3x / 1x 4x / 2x 1x / 2x 2x und 2x 6x
Zum Glück gibt es mit der fehlenden Zahl 5 einen Bruch in diesem Zahlenfeld…
So weit einige Überlegungen aus den Anfängen der Vorarbeit, aus der die ersten Skizzen und Sonarfetzen entstanden.


besetzungshinweise

Kammermusik, mit Streichern

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