14. Pfingstwerkstatt – Neue Musik Rheinsberg 2006

Das Goldene Kalb – Uraufführung von Helmut Zapf
von Gisela Nauck (NMZ 2006/07 Seite39 )

…erzählt wird sie aus der Perspektive von Moses und Aarons Schwester Mirjam, die allerdings deutlicher durch alle drei Bilder hätte geführt werden müssen, um ihre Funktion zu verstehen. Nichtsdestotrotz überzeugten die drei Teile „Das Goldene Kalb“, „Chimäre“ und „Pegasus“ durch ausdrucksstarke Klangbilder des Marschierens, der Ekstase, der Zerstörung und Illusion, deren abstrakten Realismus Bettina Owczarek
in quasi handlungslose Bewegungsbilder transformierte: Das die Wüste gemeinsam durchquerende, einhellig das Goldene Kalb anbetende – etwas schwach die Symbolisierung durch einen Lichtkegel – und sich in seinen Trugbildern verstrickende Volk endet als arrogante Individualisten.
Auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten zerbricht die Liebe, erstickt das Selbstbewusstsein, wird Freude sinnlos. Ausgezeichnete Sachwalter der Uraufführung waren das ensemble mosaik unter Leitung von Arno Waschk und die Dance Company Bettina Owczarek. Einziger Kritikpunkt:
Die Choreographie erschien mit ihren artistischen und auf Tempo zielenden Elementen manchmal so überpräsent, dass sie die Musik überlagerte…

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