(2003) für Baglama, Flöte, Klarinette, Horn und Klavier
Dauer 16 min
hr. in f und klavier) entstand für die Klangwerkstatt Kreuzberg in Berlin. Es spielt mit dem Kontrast zwischen den beiden Saiten-instrumenten, der türkischen Baglama (auch als Saz bekannt) und dem Klavier. Das Bläasertrio steht dabei einerseits als Kontrast-verstärker zur Seite, wird aber andererseits im Verlauf des Stückes mehr und mehr zum Vermittler zwischen diesen Klangwelten.
Die Albedo als das Maß für das Rückstrahlungsvermögen von diffus reflektierenden Oberflächen und Körpern (wie unsere Erde eine ist) verstehe ich hier als einen musikalischen Wert, vor allem im Bezug auf das Sich-Wandeln und Mutieren der beteiligten Energien.
In der Kompositionspraxis spielen solche Reflektionsvorgänge eine nicht unwesentliche Rolle. In meinem Fall soll dieser Prozeß zwischen den verschiedenen Instrumentengruppen ein klangliches Feedback entstehen lassen, bei dem sich geräuschhafte und intervallische Muster zu musikalischen Gestalten entwickeln können und ebenso wieder zurück. Dadurch formt sich die Dramaturgie dieser Kompositionen als eine Art sich selbst ständig wieder-aufbereitentes Abfallprodukt aus allen beteiligten Elementen, das sich jederzeit in andere Richtungen wandeln könnte.
Diese Unbestimmtheit bietet Möglichkeiten derartige Reflektions-vorgänge im Dienste einer klanglichen Poesie entstehen und brechen zu lassen. Dabei soll dieser Prozess durch die Einbeziehung eines Instruments der nicht abendländischen Musikkultur durch dessen eigenes Klangspektrum in seiner Empfindlichkeit besonders betont werden.
Helmut Zapf
besetzungshinweise
Kammermusik, mit Bläsern, mit Klavier, mit nichteuropäischen Instr., mit Zupfinstr.